Die Kanzlerin aber lächelt und schweigt, als sei sie einer politischen Abstinenzbewegung beigetreten.
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LUCiD
»[…]ELENA ist die größte Volksbespitzelung seit der DDR. Sicher auch ein Fortschritt aus der Sicht ehemaliger DDR-Kader, die aktiv in der Politik bis in höchste Staatsämter gelangt sind. Dazu zählt eine Bundeskanzlerin, die in einem DDR-privilegierten Elternhaus aufwuchs, ehemalige Mitgliedschaften in der Pionierorganisation Ernst Thälmann, der Freien Deutschen Jugend aufweist, an der lediglich zuverlässigem Elite-Nachwuchs zugänglich gewesenen »Akademie der Wissenschaften der DDR« studieren und diplomieren konnte. Sie blieb auch während ihres Studiums in der FDJ aktiv und durfte promovieren – was nur möglich war, wenn nachgewiesen werden konnte, dass die während des Studiums erworbenen marxistisch-leninistischen Kenntnisse wesentlich vertieft und erweitert worden waren. Meist erfolgte dies in Form einer schriftlichen Arbeit. Merkels Arbeit gilt als verschollen. Merkel war in ihrer bis 1989 dauernden elfjährigen Zugehörigkeit zur Akademie in der FDJ-Grundorganisation zuständig für Agitation und Propaganda. Sie selbst äußerte dazu: »Nach meiner Erinnerung war ich Kultursekretärin. Aber was weiß ich denn? Ich glaube, wenn ich 80 bin, weiß ich gar nichts mehr.« (DER SPIEGEL, »Die Schläferin«, Heft 46/2009 vom 9. November 2009, S. 57-69). Insoweit passt auch vollkommen, dass Frau Merkels Arbeiten über Marxismus-Leninismus allesamt als unauffindbar gelten oder dass sie sich mal als wüste Wirtschafts-Neoliberale (Leipziger Parteitag der CDU) und ein anderes Mal wie eine Sozialdemokratin (Kanzlerin in der Großen Koalition) verhielt.[…]«
Unbedingt das ganze Interview lesen und auch den 2. Teil über Willkür und Polizeigewalt und den 3. Teil über Beweisunterdrückung und Vertuschung
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Link des Tages ist Spiele statt Brot – zur Ansprache vom Neujahrssandmännchen Merkel…
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Brüller des Tages: Opfer eines Familiendramas…
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[…] wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein erfülltes, ein glückliches und ein gesegnetes Jahr 2010…
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Der etwas schräge (und nach Antroposophie schmeckende) Link des Tages: Faschismus droht…
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Die kofferfröhliche Realsatire des Tages aus dem neuen Kabinett. [via]
(Ich werde so etwas mal in Zukunft als »Schwarz-Geld« taggen, weil mir dieser Vertippwer sowieso immer wieder passiert. Und das liegt nicht daran, dass das »d« und das »b« auf der Tastatur so eng zusammenlägen.)
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Ist es nicht nett, wie Frau Merkel vor einem Jahr den ganzen Kunden der Banken und den ganzen kleinen Sparern die Sicherheit ihrer Einlagen mit großen Worten ›garantiert‹ hat. So richtig nett und unverbindlich.
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»Elefantenrunde«, aber mir fallen eigentlich eher ganz andere Tiernamen ein.
Steinmeier faselt etwas von einem bitteren Tag für die SPD und weiß nichts von den Ursachen. Dabei redet eine der Ursachen gerade im Fernsehen. Stellt fest, dass viele Nichtwähler Sympathisanten der SPD sind, und merkt nicht, dass diese ganzen Leute von der gegenwärtigen Führung der SPD vertrieben wurden. Der lebt echt in einer Parallelgesellschaft. Der hat sich seine Sprechblasen für heute abend so zurechtgelegt, dass er von der Kernkraft ohne Atempause zum sozialen Ausgleich kommt, und die Frage nach der Agenda 2010 gar nicht beantworten zu müssen. Und als dann etwas nachgehakt wird, da redet der auf einmal von Kindergärten und Schulen. Aber Abstand nimmt er nicht davon. Und dann faselt er von der abgebauten Arbeitslosigkeit, als ob ein paar Statistiktricks und ein staatlich subventionierter Elendsarbeitsmarkt die existenziellen Probleme der Menschen verändern würden. Und sehr entschiedene Opposition wird er machen, was anderes bleibt ihm ja auch nicht. Seltsam nur, dass er sich jedes zweite Mal beim Wort »Oppostion« verhaspelt.
Merkel ist natürlich sehr zufrieden, weil das wesentliche Ziel erreicht ist. Dass dieses Ziel mehr durch die FDP erreicht wurde, trübt ihre Zufriedenheit kein bisschen. Und dann die Fragen nach dem sozialen Kahlschlag, den die FDP gern möchte. Darauf kann sie gar nicht antworten. Und deshalb redet sie einen von den Wählern, die damit etwas »gesagt« hätten. Na ja, viele Worte waren es nicht. Ganz viel Blah, und das Land wird ganz schnell wieder so regiert, dass es wieder mehr Arbeit gibt. Ich wäre ja für den Abbau der Alpen und die Errichtung höherer Deiche durch eine Menschenkette durch ganz Deutschland, das schafft Arbeitsplätze. Und mit ihren Nichtsaussagen fordert sie das Recht ein, ihre mit Blähwörtern aufgefüllte Rede zu Ende zu führen. Ansonsten wird Wachstum alles richten. Ganz von allein. Alles finanziert sich durch das Wachstum. Immerhin, diese Steilvorlage nimmt Steinmeier durch einen Einwurf auf.
Westerwelle ist den Bürgern sehr dankbar für das schöne Ergebnis und labert von den Bürgern und Bürgerinnen in unserem Volk. Und davon, dass er das Versprochene durchsetzen wiill und immer wieder von Verantwortung und »auf dem Teppich bleiben«. Sagt eigentlich gar nichts. Auch ansonsten macht er nicht gerade klare Aussagen. Steuerlich will er die Familien entlasten, damit auch nur Familien etwas davon haben, die noch Steuern zahlen.
Auch der CSU-Heini Ramsauer da freut sich so irre glaubwürdig über das gute Ergebnis, dass er ganz vergisst, dass seine tolle Partei ordentlich verloren hat. Das verklausuliert er dann als ein Abschneiden als etwas, was nicht der Stimmung im Lande entsprechen soll und deutelt fröhlich darin herum, dass die Leute doch eher die FDP gewählt hätten, weil sie eine Koalition von CDU/CSU und FDP wollen. Das ist allerdümmst. Und denn faselt er einen von »Leihstimmen«, als ob die CSU ihre Stimmen der FDP geliehen hätte. In seinem Selbstbild scheint er gleich nach Gott zu kommen. Klar, der Papst kommt ja auch aus Bayern. Aber das wahrste: »Wir brauchen jetzt keine Wahlkampfreden mehr zu halten, der Bürger hat uns seinen Auftrag gegeben«, besser könnte man nicht umschreiben, dass vor der Wahl anders und verlogener geredet wird als nach der Wahl.
Trittin hat seine Ziele natürlich auch nicht so recht erreicht, aber ist natürlich hochzufrieden – außer vielleicht damit, dass das fantastische Ergebnis doch nicht hinreichend ist. Dann wirft er die nahe liegende Frage auf, wie eigentlich die angekündigten Steuersenkungen finanziert werden sollen.
Lafontaine spricht davon, dass die Linke eine linke Mehrheit wollte, und dass sie mittlerweile in der BRD etabliert ist. Dann fabuliert er einen vom Bundesrat (der eine schwarz-gelbe Mehrheit hat), der weitere Umverteilungen von unten nach oben verhindern soll. Wie soll man denn heute noch Satire machen? Aber dann sagt er auch noch, dass »die Liberalen« für eine Politik stehen, die die bestehende Krise herbeigeführt hat. Überhaupt argumentiert er so toll, dass man denken könnte, das er doch eigentlich regieren müsste. Scheinbar hält er die Wähler für dumm.
Ach nö, die könnten doch einfach mal nichts sagen, wenn sie nichts sagen wollen. Das wäre mal etwas, was mich beeindruckte. Wenn so einer sagte: Diese Frage beantworte ich nicht. (Oder wenigstens: jetzt nicht.) Aber nein, die erzählen ganz viel wortreichen Unfug. Es sind genau die Politiker, die die Fernsehgesellschaft BRD verdient hat. Und der Rest sind ganz hohle Phrasen. Die Steuereinnahmen »sprudeln« immer, als wenn sie ein Brunnen wären. So gehen die ja auch damit um.
Gute Nacht, Deutschland!
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Nachtwächter
»Jetzt muss ich noch ein bisschen Medienarbeit machen, damit mich die Menschen auch zuhause in ihren Wohnungen sehen…«, sagte die Frau Kanzlerin. Ich habe eigentlich erstmal genug davon. Und so viel Jubel zu einem so eher dünnen Ergebnis, dass auch noch mit Verlusten einhergeht.