Nachtrag: Heise
Schlagwort Datensammlung RSS
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Nachtwächter
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Und demnächst werden die Menschen bei jedem Zahnarztbesuch einmal DNA-verdatet. Einfach so. Für guten Zweck, versteht sich, für sonst nichts. Niemand hat die Absicht, eine Datensammlung anzulegen.
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Guhgell hat ja, wie der eine oder andere vielleicht noch weiß, mit seinen Strieht-Wjuh-Wagen auch gleich WLANs gesnifft und massenhaft mechanisch Passwörter und ähnliches Zeugs abgegriffen. So weil… tja… weil sie es konnten. Und weil ja alles irgendwann einmal nützlich sein könnte, wenn man schon Daten sammelt. Also nur zu eurem Besten, versteht ihr?! Na, jetzt sind sie dafür so richtig durchverurteilt worden! Aber ganz hart und nulltoleranzmäßig! Die müssen jetzt sogar kurz ihre Portokasse öffnen und ein bisschen was davon rausgeben. Dabei hat sich Guhgell als besonders »reuiger« Täter erwiesen: Google stritt anfangs sämtliche Vorwürfe der beiläufigen Datenspeicherung ab. Anschließend wurde versucht, die Relevanz der gesammelten Daten herunterzuspielen, ebenso wurden Behörden zur Untersuchung der Daten abgewehrt. Schließlich hieß es seitens Google, die unberechtigt aufgezeichneten Daten seien vernichtend worden, doch stellte sich heraus, dass ein Teil nach wie vor vorhanden ist. [Alle Fehler aus dem zitierten Text übernommen.] Und mit diesem Laden sind eure schnieken Wischofone verheiratet, die schon richtig weit in eure Intimsphäre reinragen, und von dem Laden wollt ihr euch bald irgendwelche ständig filmenden und lauschenden Orwellness-Borg-Datenbrillen auf die Nüstern setzen, damit ihr diesem totalitären Menschenverdater, Werber und Gehirnwäscher als williger Hilfsüberwacher zuarbeitet? Einfach nur, weils so irre cool ist?
Ihr seid die Datenkrake! Versteht ihr? Ihr. Seid. Die. Datenkrake. Viel Spaß noch im Borgwürfel, für Gehirn und aufrechten Gang hats ja nicht gereicht…
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Prof. Dr. Offensichtlich schlägt mal wieder zu und hat rausgekriegt, dass man sehr viel über einen Menschen erfahren kann, wenn man nur (zum Beispiel über den Daumenhochknopf im Fratzenbuch) herauskriegt, was ihm gefällt. Morgen im gleichen Wisschenschaftstheater: Wie man die Haarfarbe eines Menschen an seinen Haaren erkennt.
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Bertelsmann des Tages: Der nette Herr am Telefon hat uns zur Geburt unserer Tochter Lene gratuliert und möchte uns ein Abo verkaufen…
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Datenschleuder des Tages ist die neue Website von Delta Air Lines, die wohl hübsch AJAXifiziert ist, deren Entwickler allerdings nicht so an die Datensparsamkeit gedacht haben, so dass sie eine Menge Zeugs hübsch im JSON-Format an den Browser ausliefert. Zum Beispiel das Jahreseinkommen des Kunden, den Marktwert seiner Wohnung oder seines Hauses, wieviel Geld er für Tickets ausgegeben hat und in welche sozioökonomische Klasse er eingeordnet wird. Die scheinen ja eine hübsche Datensammlung als Kundenprofil anzulegen! Das gespeicherte und übertragene Jahreseinkommen soll beeindruckend nahe an der Wirklichkeit sein. Und woher der Laden die Informationen über die Kinder hat, die noch nie mitgeflogen sind, ist eher ein bisschen unklar. So landen die gesammelten Daten als Herrschaftswissen in den Datenbanken der Besitzenden. [via Fefe]
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Die Tracking-Idee des Tages hat Disney: Geben wir den Besuchern in unserer synthetischen Wahnwelt »Disneyworld« doch einfach Armbänder mit RFID-Chip, um besseres Profiling machen zu können.
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Datenschleuder des Tages ist die belgische Staatsbahn, die mal eben kurz ihre gesamte Kundendatenbank im Web für den weltweiten Zugriff veröffentlicht hat. Immerhin, so wird man wenigstens nicht gehackt, weil es gar nicht mehr nötig ist…
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Fratzenbuch des Tages: Gib uns deine Telefonnummer! Aus Sicherheitsgründen, verstehste schon, du willst ja nicht gehackt werden! Wir bieten mit den gesammtelten Telefonnummern dann den Reklameheinis eine Möglichkeit an, dich zu identifizieren. Da haben doch alle etwas davon! Und die Sicherheit deines Accounts, natürlich, frisches frisches Schlangenöl!
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Skeip so: Hey, ihr da draußen, Meikrosoft hat uns eure ganzen Daten gegeben und wir sind jetzt das neue Meikrosoft Chat- und Blahdingens. Also freut euch gefälligst darüber, dass eure Kommunikation nun über eine Klitsche läuft, die mal eben nach Gutdünken eure Daten an eine dahergelaufene private Sicherheitsfirma rausrückt, natürlich ganz mit ohne dieses ganze formelle Jurazeugs, sondern einfach so. Schön weiter datenmäßig freimachen! Und die Meldungen einfach vergessen.
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Und Leute: Lasst immer schön eure ganze Kommunikation im Internet über irgendwelche zentralen Dienstleister laufen, denn das freut jeden, der mehr über euch wissen will und einfach an alle gewünschten Daten rankommt. Nein, dafür braucht man keinen Gerichtsbeschluss, dafür reicht es, eine private Sicherheitsfirma zu sein. Oder, um es mit Skype zu sagen: Natürlich nehmen wir den Datenschutz ernst. Das Schutzbedürfnis seiner Kunden und Nutzer nimmt Skype, dieser Laden, dem man nicht einen Millimeter übern Weg trauen sollte, hingegen weniger ernst.
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Hey, Leute, ihr sollt nicht umsonst immer eine eingeschaltete – weil man ja ständig und allerorten on-sein muss – Trackingwanze in der Tasche tragen. Wäre ja auch zu schade, wenn die Telekomunternehmen die ganze Datensammlung ohne jeden Profit verkommen ließen. O2 geht im Verkauf seiner Kunden schon mal mutig und gierig voran: Mit Telefónica Dynamic Insights können Sie ab jetzt sehen, wohin sich Kunden bewegen, während sie sich bewegen. Sie erfahren, wo Ihre potenziellen Kunden wirklich sind, wann sie da sind – und wie oft. Weil: Von Judas Iskariot lernen, heißt Profitmachen lernen!
Ach ja, wenn ihr bei Leuten so verhökert werdet, für denen Dienste ihr Geld bezahlt habt, dann könnt ihr euch vorstellen, wie ihr dort verschachert werden werdet, wo ihr kein Geld bezahlt habt…
Nachtrag: Na, wo nimmt so ein Tracker, Datensammler und Kundenverkäufer gegenüber seinen Kunden Stellung zu einem derartig widerwärtigen Vorgang? Richtig, bei einem anderen Tracker, Datensammler und Nutzerverkäufer, nämlich im Fratzenbuch, dieser Pestbeule des Internet. Da wächst zusammen, was zusammen gehört.
Noch ein Nachtrag: Für die BRD hat O2 einen Rückzieher gemacht. Erstmal.
