Link des Tages: Die Arbeitslosen sind unser Unglück…
(Wenn der Koch an den großen, braunen Kesseln so weitermacht, denn werde ich hier demnächst noch »Kochreiz« anstelle von »Kotzreiz« taggen.)
Link des Tages: Die Arbeitslosen sind unser Unglück…
(Wenn der Koch an den großen, braunen Kesseln so weitermacht, denn werde ich hier demnächst noch »Kochreiz« anstelle von »Kotzreiz« taggen.)
Unter den vielen Bullshit-Formulierungen, die ich nicht mehr ertragen kann, gehört das auch von kritischen Bloggern aus dem Sprachgebrauch der Politik und Journaille übernommene Wort vom »Heer der Arbeitslosen« oder in neuerer Zeit auch vom »Heer der hilfebedürftigen Personen« – diese Menschen sind mitnichten ein Heer und leider auch nicht wie ein solches organisiert, so dass sie koordiniert für ihre Interessen und ihr verdammtes Lebensrecht einstehen könnten, sie sind vielmehr ein Haufen atomisierter, marginalisierter Menschen in oft schrecklicher persönlicher Verzweiflung. Bitte, werte Blogger in Deutschland, denkt ein bisschen nach, bevor ihr die Hirnfick-Sprache aus Politik und Journaille so unreflektiert übernehmt. Den Opfern des gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozesses wird wahrlich schon genug sprachliche Verachtung entgegen gebracht.
Übrigens gibt es im Reich der sich ausbreitenden Armut inzwischen auch schon wieder Bücherverbrennungen…
Na, was brauchen wir denn noch, um die Massenverarmung in der BRD weiter auszubauen? Richtig, eine Kürzung des Regelsatzes für Hartz IV um dreißig Prozent.
Wenn du Kinder hast, die Hartz IV kriegen, denn leih ihnen kein Geld! Das könnte als Einkommen verrechnet werden und von Hartz IV abgezogen werden.
Brüller des Tages: Irgendwie muss man ja die Kirchen vollkriegen, wenn sich angesichts des diesseitigen Elends und der manifesten Verlogenheit des pfäffischen Geschmeißes niemand mehr auf ein jenseitiges Heil vertrösten lassen will. Das hat man sich auch in der hannöverschen Lutherkirche gesagt, und deshalb kriegt da jetzt jeder fünf Euro in die Hand gedrückt, wenn er den »Gottes«-dienst tapfer über sich ergehen lässt. Eine tolle Maßnahme, die in der studentisch geprägten und tendenziell armen Nordstadt gewiss Zuspruch finden wird. Vor allem, wenn die Gelegenheit zum Ausgeben des materiellen Pfaffensegens so in der Nähe ist…
Und hier schon einmal ein kleiner Ausblick auf das, was nach der Bundestagswahl kommen wird.
Oh, gucke mal, trotz allem Gefasels von irgendwelchen Wirtschaftswissenschaftlern braucht nicht jeder Mensch eine Fünftglotze und ein Neunthandy, um andere, noch funktionierende Geräte auf die große Müllkippe der Waste Economy zu werfen. Und schon gar nicht, wenn das Geld knapp wird. Aber nein, das liegt natürlich an den »fußballfreien Zeiten«. *kopfklatsch*
Zitat des Tages: »Ein Arbeitsloser ist heute nicht mehr auf der Straße, sondern guckt Fernsehen, zappt sich durchs Programm. Diese elementare Form der Befriedigung, der Müdemachung durch visuelle Reize, durch Kicks und Ähnliches trägt zum Frieden bei. Wenn es keine Unterhaltungselektronik dieser Art gäbe, wäre die Unzufriedenheit unter den Unterprivilegierten, dem Prekariat in unserem Land viel größer.« – sag ich doch auch immer. Der Schnuller ist ein Stöpsel für den Mund, und die Glotze ist ein Stöpsel für die Seele.
Zehn Jahre rot-grüne Agenda 2010 und immer noch keine… JOBS, JOBS, JOBS …sondern nur Armut, Elend, Hartz IV und Aussichtslosigkeit. Diese Krise ist auch grün. Die grünen Verräter.
Und immer wieder macht die braunblutrote Kampfpresse des Springer-Verlages Hasspropaganda gegen die Neuen Armen in der BRD, dass man gar nicht mehr mit dem Kotzen aufhören möchte.
Und zum Genuss und zum Verdruss nach altem Brauch und guter Sitte jetzt noch die frohe Botschaft des Tages aus den Abgründen der Betrachtung durchgeschnittener Menschen in der pseudowissenschaftlichen Form der Statistik: Durch die laufende Krise des Geldsystemes und der Wirtschaft ist doch immerhin die statistisch gemessene Armut zurückgegangen, also jubelt ihr Armen, denn jetzt seid ihr nicht mehr arm! Und immer schön gläubig sein, wenn die Kirche der Wissenschaft im Dienste der Wirtschaft spricht, und immer schön dankbar für so mathemagisch hingezauberte Erlösung! Es geht doch schon so richtig aufwärts, und morgen versprechen wir euch das ewige Leben und das Blaue vom Himmel herunter, dass sich die Balken in unseren Diagrammen nur so biegen. *kotz!*