Nachtwächter
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Ich finde es ja erstaunlich, wie viele Blogger ihren Lesern irgendwelche Empfehlungen zur Wahl (oder zur Nichtwahl) geben – als würden sie von ihren Lesern glauben, dass sie nicht selbstständig denken könnten. Das lässt – gerade bei den politisch Engagierten – schon tief blicken, dass sie ihr eigenes Schreiben für so wenig hinreichend halten, dass sie sich auch noch dieses Hebels bedienen müssen. Wenn ich eine politische Absicht verfolgte, denn stünde es für mich dabei an erster Stelle, die Menschen zum selbstverantwortlichen und vernünftigen Handeln zu befähigen.
Nachtrag: Das ist doch mal Wahlempfehlung, die mir gefällt.


tux. 01:12 am 26. September 2009 | #
Na, ja, nur gegen alle möglichen Parteien hetzen ist auch nicht unbedingt besser. Als könnten sich die Leser ihren Hass auf die SPD nicht selbst bilden. *fg*
Heiko 03:38 am 26. September 2009 | #
Ich fühl‹ mich mal angesprochen: Wo hab‹ ich das gemacht?
Überhaupt, welchen Hebel?
Wie kommst Du auf die Idee, das ein „selbstverantwortliches“ und „vernünftiges“ Handeln „der Massen“ in deinem Sinne wäre? Sägst Du damit nicht an dem Ast, an dem Du versuchst zu hanglen?
Einer Antwort bedürfend:
Heiko.
ColaPernod 08:40 am 26. September 2009 | #
Du sagst es. Die einzige Empfehlung die man raushauen sollte, ist; Geh zur Wahl.
63mg 11:56 am 26. September 2009 | #
Also die Unterstellung »als würden sie von ihren Lesern glauben, dass sie nicht selbstständig denken könnten« finde ich ein bisschen aus den Daumen gesaugt
Ich finde »Wahlempfehlungen« nicht grundsätzlich von übel, weil mich interessiert, wie andere denken und wie sie zu ihrer Wahlentscheidung gekommen sind.
Harald 13:57 am 26. September 2009 | #
Farbe bekennen, ist der eigentliche Sinn der Wahlempfehlungen. Man verletzt das Wahlgeheimnis indem man verrät wen man selbst wählt. Legt seine Gründe dafür dar und zeigt in welcher Reihenfolge man die Parteien für wählbar/unwählbar hält.
In der Hoffnung das mancher Bild-Leser und Fernsehkucker auch mal zum Denken angeregt wird.
Nachtwächter 17:57 am 26. September 2009 | #
Nein, ich glaube nicht, dass ein selbstverantwortliches Handeln der Menschen (von Massen schreibe ich gar nicht erst) immer in meinem Sinne wäre.
Und leider glaube ich auch nicht, dass Bildleser und die Hypnotisierten der Fernsehempfänger von meinem marginalisierten Geschreibe irgendwie erreichbar sind oder gar zum Denken (oder doch wenigstens zum Fühlen) zu bringen sind. Sonst würde ich es gelegentlich einmal versuchen.
So, ich muss jetzt aber ganz schnell von den Wespennest wegrennen, in dem ich da rumgeprokelt habe…
Viel Spaß morgen! Richtig durchwählen! Die Stimme in die Urne pfeffern, dass sie nur so weg ist! Eine Empfehlung, welche Parteien und Direktkandidaten in meinen Augen wählbar sind und ob man überhaupt wählen gehen sollte, werde ich jedenfalls nicht geben. Jedenfalls nicht noch einmal. Irgendwie gehört zum Worte »Wahl« ja der Umstand, dass man eine ebensolche hat.
Ich werde hier jedenfalls – wenn mir nichts dazwischenkommt – morgen mit einem Piraten-Wähler zusammensitzen und ich werde hier (und vielleicht auch an anderen Stellen) heiter über die Streams unserer tollen Fernsehsender livebloggen, wenn sich die Vertreter aller Parteien zum Sieger der Bundestagswahl erklären (selbst die SPD wird das tun, wenn sie es über die 5-Prozent-Hürde schafft).
Nachtwächter 18:05 am 26. September 2009 | #
Ach ja: Süddeutsche lesen bitte für »rumgeprokelt« das für sie verständlichere »rumgestochert«. Nicht, dass es wieder Missverständnisse gibt…
Bio 19:11 am 26. September 2009 | #
OK. Ich bekenne Farbe.
Ich gehe nicht wählen!
*duck und wegrenn*